Vor 15 Jahren starb Freddie Mercury

Auf seinem Sarg in einem schwarzen Rolls Royce mit großen Fenstern lag eine einzelne rote Rose. "Danke, dass Du mein Freund warst", lautete die Inschrift auf einem herzförmigen Blumengesteck an seinem Grab. Elton John hatte es persönlich niedergelegt.

Als Freddie Mercury vor 15 Jahren starb, war er erst 45 Jahre alt. Sein Tod erschütterte die Musikwelt. Der Frontmann der weltberühmten Band Queen war der erste bekannte Rockstar, der an der Immunschwächekrankheit Aids starb.

Bis zum Schluss hatte Mercury nur einen kleinen Freundeskreis eingeweiht. Erst am 23. November 1991 machte er seine HIV-Infektion öffentlich bekannt und entschuldigte sich zugleich für die Geheimhaltung. 24 Stunden später erklärte sein Sprecher: "Freddie Mercury ist heute Abend friedlich in seinem Haus am Logan Place 1, in Kensington, London, gestorben. Sein Tod war das Resultat einer Lungenentzündung, die durch Aids hervorgebracht wurde."

Kurz darauf strömten Fans vor Mercurys Haus zusammen. "Freddie auf ewig", schrieb einer an die Mauer. Sie hatten Kerzen mitgebracht und ein Gedanke vereinte sie. Hätte Freddie Mercury doch nur den Titel der ersten großen Queen-Single aus dem Jahr 1973 als Auftrag verstanden: "Keep Yourself Alive" (Bleib am Leben).

Aber so war Mercury ganz und gar nicht. "Liebe ist für mich wie Russisches Roulette", pflegte er zu sagen. "Ich kann das nicht kontrollieren." Alkohol, Kokain, ein riesiges Arbeitspensum, Partys, immer neue Lieben und Liebschaften. Wer ihn live erlebte, wird das nie vergessen. Mercury riss alle von den Stühlen. Immer wieder streckte er einen Arm gen Himmel. Den Mikroständer wirbelte er sich zu Macho-Gesten um den Oberkörper. "We Will Rock You", "We Are The Champions" - und die Stimmung kochte über.

Diesen Rausch der Bühne suchte er auch immer wieder im Privaten. Dass Liebe tödlich sein kann, sei dem offen bi-sexuellen Superstar stets bewusst gewesen, schrieb nach seinem Ende die Londoner "Daily Mail". Dennoch habe er größte Risiken in Kauf genommen: "Es war sein Albtraum, in ein leeres Schlafzimmer zu kommen."

Und der Discjockey Kenny Everett sagte: "Freddie Mercury hatte sein Lebenslicht an beiden Enden angezündet - und dazu noch in der Mitte." Es brannte hell und leuchtend. Zwei Jahrzehnte lang war Mercury der herausragende Leadsänger, der Ideengeber, die eigentliche Attraktion jeder dieser ungewöhnlich schillernden, theatralischen, teils bombastischen Queen-Shows.

Mercurys Familie stammte aus Indien und gehörte der Minderheit der Parsen an, deren Glaube die geheimnisvoll anmutende Lehre des Zarathustra ist. Geboren wurde er als Farrokh Bulsara am 5. September 1946 auf der ostafrikanischen Insel Sansibar. Nach Großbritannien wurde Freddie (die englische Version seines Vornamens Farrokh) mit 13 Jahren von seinem Vater geschickt, der für die britische Kolonialverwaltung arbeitete.

Im "Swinging London" fand er bald in Roger Taylor, John Deacon und Brian May musikalisch Gleichgesinnte. Kurz nachdem sie 1970 ihre Band Queen nannten, legte sich der Sänger den Namen Mercury zu - nach dem Planeten Merkur. Für seine Erfolge arbeitete er hart bis zur Unerbittlichkeit - selbst noch in den letzten, von schwerer Krankheit gezeichneten Wochen seines Lebens. Im Queen-Studio am Genfer See nahm er Songs auf, die zu den besten seines Schaffens gehörten.

"Wenn er noch leben würde", sagte seine Mutter Jer Bulsara kürzlich Reportern, "dann würde er bestimmt Rockopern komponieren." Von seiner Aids-Erkrankung erfuhr auch sie erst unmittelbar vor dem Tod des Sohnes. "Er wollte uns nicht noch zusätzlich in Aufregung versetzen", sagte sie. "Die Menschen in seinem Leben hatte er nach verschiedenen Gruppen geordnet. Wenn er zu Hause war, dann war er einfach nur der Freddie."

23.11.06 18:29

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